MIETERZENTRUM PHYSIKERQUARTIER IN LEINEFELDE, 2000
MUCK PETZET IN MSP MEIER-SCUPIN & PETZET, MAYR, HEHENBERGER, MÜNCHEN
Zwischen 1960 und 1989 war Leinefelde in Thüringen von einem Dorf mit 2.600 Einwohnern zu einer Stadt mit 16.000 Einwohnern herangewachsen. Nach dem Mauerfall setzte Abwanderung ein: 2001 waren bereits 2.000 Menschen weggezogen. Im Plattenbaubezirk südlich des Stadtkerns herrschte 30 Prozent Leerstand.
Das Büro MSP, München, hat einen überzeugenden Beitrag zur architektonisch anspruchsvollen Uminterpretation der „Platte“ geleistet. Um den Abriss der größten Plattenbausiedlung Deutschlands zu verhindern, entwickelten die Architekten mit dem Bürgermeister von Leinefelde, einem ehemaligen Physiklehrer, das so genannte Physikerviertel. Als Alternative zum Kahlschlag beinhaltete er auch Lösungen für „Teilrückbau und Umnutzung“. So wurde ein ursprünglich als Abbruchobjekt vorgesehener Wohnblock mit 100 Wohneinheiten in einen Flachbau verwandelt. Verweise auf die bauliche Vergangenheit bleiben ablesbar: Die ehemaligen Wohnungseingangstüren wurden zum Innenflur verbunden, der nun die zweibündige Anlage erschließt.

Bauherr:  Wohnungs- und Verwaltungs GmbH Leinefelde
Nutzfläche:  1.300 m²
Baukosten:  1.400.000 €